Und noch ein Hörbuch

Das grimmige Grau ist etwas ganz Besonderes. Eigentlich sollte es nur eine klitzekleine Kurzgeschichte sein, eine Auflockerung zwischen all den Thriller- und Horrorstorys, ein niedlicher kleiner Geschichtenfloh, der mir mit verschmitztem Vergnügen ins Ohr gesetzt wurde (Seitdem guckt mich mein Pizzateig immer mit neugierigen Teigaugen an, bevor ich ihn ausrollen will…)

Nie hätte ich erwartet, was für ein Eigenleben diese Geschichte entwickeln würde! Innerhalb eines Monats ist diese „klitzekleine Kurzgeschichte“ auf 209 Seiten herangewachsen… Noch nie hat sich das Schreiben mehr wie „Entdecken“ von etwas angefühlt, und nie hat das Schreiben mehr Spaß gemacht. Mir ist einfach jede einzelne Figur so unfassbar ans Herz gewachsen! Besonders Andie mag ich so schrecklich gern, dieses wunderbare, fantasievolle, verträumte, liebenswerte und freche kleine Mädchen! Aber auch ihr treuer alter Rucksack – und natürlich das grummligste Einhorn aller Zeiten! Was hat mich dieser grantige Kerl beim Schreiben zum Lachen gebracht!

Fernab von Thriller und Horror

Aber was macht man mit so einer Geschichte, wenn die Leser Thriller und Mystery und Sci-Fi von einem erwarten? Na ja, ersteinmal der Person schenken, die diesen wundervollen Ideenfunken gezündet hat, natürlich! Und „Schenken“ ist irgendwie das, was diese Geschichte von mir möchte, glaube ich.

Ich habe ein paar mehr Exemplare drucken lassen, und jetzt wurden so langsam alle verschenkt. Natürlich frägt man sich kurz, ob man es wieder regulär veröffentlichen soll. Aber dann bräuchte ich ein Pseudonym, wenn ich alte Leser nicht vergraulen will. Und wenn ich nicht möchte, dass neue Leser ein Trauma fürs Leben erleiden, wenn sie sich nach dem Allmöglichen nach WetGrave hinabwagen, oder ins tote Tal! Außerdem müsste ich dann wieder bei Verlagen anfragen, oder geschätzte Autorenkolleginnen und Kollegen bitten, dass man ein gutes Wort bei ihren Agenten für mich einlegt – und dann ergibt sich vielleicht eventuell möglicherweise die Chance, dass sich irgendjemand vielleicht irgendwannmal das Manuskript ansehen möchte.

Ich habe ein ganz bestimmtes, grummliges Nicht-Einhorn gefragt, was es von diesen Ideen hält, (es mag ja nicht gerade für sein Taktgefühl bekannt sein, aber für seine Ehrlichkeit allemal). Na ja. Anstatt mir zu antworten hat es mich nur sagenhaft gelangweilt angesehen, hat geschnaubt und ist murrend und mit schaukelndem Bauch davongetrottet. (Ich bilde mir ein sowas gehört zu haben, wie „Auf so eine dämliche Frage geb ich nichtmal eine Antwort“, aber das kann ich mir natürlich auch eingebildet haben ^^) Für mich ist die Sache jetzt jedenfalls klar!

Ein Geschenk wird zum Geschenk

So ähnlich ist es mit diesem Hörbuch. Klar hab ich mal überlegt, ob mans irgendwie vermarkten sollte. Das war einer jener unfassbar seltenen Momente, in denen sich sogar das grantige Einhorn zu einem herzhaften Lachen hat hinreißen lassen. („Oh ja!“, hat es gewiehert, „Die stehen sicher alle TOTAL darauf, ihre sauer verdiente Kohle für Lüftergeräusche auszugeben, und für einen verzweifelt unterdrückten Frrranken-Dialekt! Du weißt, dass man an manchen Stellen sogar Deinen Magen knurren hört?“) Nun, meine Anfrage bei Audible habe ich jedenfalls mit roten Ohren wieder im Papierkorb versenkt ^^

Aber das macht gar nichts. Ich habe gerade so unglaublich viel Spaß daran, diese Geschichte einzulesen! Tatsächlich habe ich, als ich beim elften Kapitel angelangt bin, bemerkt, dass ich die ersten Kapitel viiiiiel zu schnell eingelesen habe! (Und die Nebengeräusche waren bei weitem noch heftiger, was ich nicht bemerkt habe, weil ich die Stücke nicht mit Kopfhörer abgehört habe.) Also nochmal von neu, und die Kapitel nochmal einlesen. Man könnte ja meinen, dass ich darüber böse bin. Im Gegenteil. Irgendwie komme ich der Version immer näher, wie ich sie mir vorstelle! Und es ist so toll, nochmal so viel Zeit mit Andie und Pinkie und dem Nicht-Einhorn zu verbringen! Durch das Einsprechen bin ich ihnen nochmal näher, als ichs schon beim Schreiben war, und gerade jetzt, beim zweiten Einlesen, habe ich manchmal buchstäblich das Gefühl, in ihre Haut zu schlüpfen.

Ich bleibe dabei. Diese Geschichte war ein Geschenk an mich, und ich schenke es jetzt mit großem Vergnügen weiter. (Ich höre gerade ein verächtliches Wiehern, ziehe es aber vor das grantige Gemurmel nicht genauer zu belauschen ^^ ) Jedenfalls nutze ich nun feierlich den Beginn der Adventszeit, um diese tolle Geschichte weiterzuverschenken! Und immer daran denken: Die Welt ist voller Farben und freundlicher Gesichter! Man muss nur richtig hinsehen.

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